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Kleine Rottweilerkunde

Eick 22

Man geht heute davon aus, daß Mensch und Hund seit ca. 15000 Jahren zusammenleben. Über die Herkunft des Rottweilers bestehen die verschiedensten Ansichten.
Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die besondere Eignung des Rottweilers in dem Treiben von Vieh bestand und offensichtlich diese Tätigkeit in der zurückliegenden Zeit hauptsächlich ausgeführt wurde, sind die Urahnen unsere Rottweiler in den damaligen römischen Legionen zu finden.
Die Römer setzten Hunde als Herden und Treibhunde ein.
Diese Hunde beschützten die Menschen und das Vieh. Noch heute kann man den Verlauf der alten römischen Heerstraßen, wovon eine dieser Straßen über die Alpen in die Richtung des Bodensees führte, nachvollziehen, da das Straßennetz des römischen Weltreichs sehr eingehend erforscht ist. So gelangte man in das Gebiet der heutigen
Stadt Rottweil, der Stadt also, die unseren Hunden den Namen gab.

Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die römischen Hunde mit bodenständigen Hirtenhunden verschiedener Arten gepaart. Im Verlauf von mehreren Jahrzehnten wurden diese Hunde auf Lebenstüchtigkeit, Intelligenz, Ausdauer und Treibeigenschaften gezüchtet. Sie wurden somit unentbehrliche Helfer der Viehhändler und Metzger. Wie schon erwähnt,
war dieser Hund am häufigsten in und um die damalige Reichsstadt
Rottweil verbreitet und so erhielt er im Mittelalter den Namen Rottweiler.

Wenn die Hunde in Rottweil in so hoher Wertschätzung standen, so hatte dies wohl vor allen seinen Grund darin, daß sie sich vielfach als Hüte- und Treibhunde bewährten.

Rottweil war im 19. Jahrhundert ein ausgesprochenes Viehhandels-Zentrum, von wo Rinder und Schafe vor allem in den Breisgau, ins Elsaß und ins Neckartal getrieben wurden.
Bei solchen Herdenzügen benötigte man zu Zeiten, wo es Räuber oder Wölfe gab und weite Landstriche kaum besiedelt waren, kräftige, ausdauernde, ruhige und kluge Hunde.
Ein richtiger Metzger aus Rottweil und Umgebung hatte gewöhnlich gleich mehrere Rottweiler, denn in den Händen der Metzger lag der Viehhandel hauptsächlich.

Nun, im Laufe der Zeit wurde das Vieh durch Aufkommen der Eisenbahn und anderer Fahrzeuge auf andere Art transportiert und der Rottweiler seiner damals so nützlichen Aufgabe entledigt.

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnerte man sich an die hervorragenden Charaktereigenschaften des Rottweilers. Der hohe Gebrauchswert dieser Rasse wurde im Polizeidienst erprobt,
und im Jahre 1910 wurde der Rottweiler als Polizeihunderasse anerkannt.

Damals wie heute ist der Mensch von dieser Hunderasse fasziniert. Seine Treue sowie Fleiß, Führigkeit und Gelassenheit stellen den Gebrauchswert dieser Hunderasse unter Beweis.

Auch als Familienhund ist der Rottweiler bei fachgerechter Zucht und Aufzucht sowie Sozialisierung innerhalb der Familie ein verläßlicher und treuer Freund. Wie beim Menschen beginnt auch beim Hund die Erziehung und Sozialisierung beim Kind beziehungsweise Welpen. Jeder Rottweiler im Welpenalter ist bereit zu lernen, sich ein- und unterzuordnen, sich also seinem Rudel anzupassen.
Er wird also vielfach von seiner Umwelt geprägt. Eine richtige Erziehung führt zu Freundschaft.
Falsche, lieblose Dressur wird den Hund und somit das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund für immer verderben. Der Mensch ist also in erster Linie dafür verantwortlich, was aus unserem Rottweiler wird!

Dieses betrifft Zucht, Ausbildung, Gesundheit und Zusammenleben!

Rutenhaltung

Rutenhaltung

     a = hängend    b = säbel    c = eingerollt   d = gerade

F.C.I.-Standard Nr. 147/19.06.2000/D Rottweiler
Ursprungsland: Deutschland
Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: 06.04.20
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Verwendung: Begleit-, Dienst- und Gebrauchshund

Klassifikation FCI
Gruppe II (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen) Sektion 2.1 Molossoide, Doggenartige Hunde mit Arbeitsprüfung
Allgemeines Erscheinungsbild des Hundes
Der Rottweiler ist ein mittelgroßer bis großer, stämmiger Hund.
 Seine gedrungene und kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer schließen.
Wichtige Maßverhältnisse (Proportionen)
Das Maß der Rumpflänge, gemessen vom Brustbein bis zum Sitzbeinhöcker, sollte dasjenige der Widerristhöhe höchstens um 15 % überschreiten.

Verhalten und Charakter
Von freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderliebend, ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung verrät Urwüchsigkeit, sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiert mit hoher Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt.
Kopf

Oberkopf: Mittellang.
Schädel: Zwischen den Ohren breit, in der Stirnlinie, seitlich gesehen, mäßig gewölbt. Hinterhauptstachel gut entwickelt, ohne stark hervorzutreten.
Stop: Stirnabsatz ausgeprägt.
Gesichtsschädel
Nase: Nasenrücken gerade, mit breitem Ansatz und mäßiger Verjüngung, Nasenkuppe gut ausgebildet, eher breit als rund, mit verhältnismäßig großen Öffnungen, stets von schwarzer Farbe.
Schnauze: Der Fang sollte zum Oberkopf weder gestreckt noch verkürzt wirken.
Lefzen: Schwarz, fest anliegend, Lefzenwinkel geschlossen, Zahnleiste möglichst dunkel.
Kiefer: Kräftiger, breiter Ober- und Unterkiefer.
Backen: Jochbogen ausgeprägt.
Gebiß: Stark und vollständig (42 Zähne), die oberen Schneidezähne greifen scherenartig über die des Unterkiefers.
Augen: Mittelgroß, mandelförmig, von tiefbrauner Farbe, Lider gut anliegend.
Ohren: Mittelgroß, hängend, dreieckig, weit voneinanderstehend, hoch angesetzt. Der Oberkopf erscheint bei nach vorn gelegten, gut anliegenden Ohren verbreitert.
Hals: Kräftig, mäßig lang, gut bemuskelt, mit leicht gewölbter Nackenlinie, trocken, ohne Wamme oder loser Kehlhaut.


Rumpf
Rücken: Gerade, kräftig, stramm.
Lendenpartie: Kurz, kräftig und tief.
Kruppe: Breit, von mittlerer Länge in leichter Rundung verlaufend, weder gerade noch stark abfallend.
Brust: Geräumig, breit und tief (ca. 50 % der Widerristhöhe),
Bauch: Flanken nicht aufgezogen.
Rute: Naturbelassen, waagrecht in Verlängerung der Rückenlinie, im Ruhezustand auch hängend

Allgemeines:
Die Vorderläufe sind von vorn gesehen gerade und nicht eng gestellt. Die Unterschenkel stehen, seitlich gesehen, gerade.
Schultern: Gut gelagert.
Oberarm: Gut am Rumpf anliegend.
Unterarm: Kräftig entwickelt und bemuskelt.
Vordermittelfuß: leicht federnd, kräftig, nicht steil.
Pfoten: Rund, Zehen eng aneinanderliegend und gewölbt, Bollen hart, Nägel kurz, schwarz und stark.
Hinterhand
Allgemeines: Hinterläufe gerade, nicht eng gestellt.
Oberschenkel: Mäßig lang, breit und stark bemuskelt.
Unterschenkel: Lang, kräftig und breit bemuskelt, sehnig in ein kraftvolles Sprunggelenk übergehend, gut gewinkelt, nicht steil.
Pfoten: Etwas länger als die Vorderpfoten, Zehen stark, ebenso gut eng aneinanderliegend, gewölbt.
Gangwerk
Der Rottweiler ist ein Traber. Der Rücken fest und ruhig. Der Ablauf der Bewegung ist harmonisch, sicher, kraftvoll und ungehemmt, bei guter Schrittweite.
Haut:
Kopfhaut: Liegt überall straff an und darf bei hoher Aufmerksamkeit leichte Stirnfalten bilden.
Haarkleid
Beschaffenheit des Haares: Bestehend aus Deckhaar und Unterwolle = Stockhaar. Deckhaar mittellang, derb, dicht und straff anliegend; die Unterwolle soll nicht aus dem Deckhaar hervortreten. An den Hinterläufen ist die Behaarung etwas länger.
Farbe: Schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen (Brand) von satter, rotbrauner Färbung an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über den Augen und unter der Rutenwurzel.
Größe und Gewicht
Widerristhöhe Rüden
61 bis 68 cm. Gewicht ca. 50 kg
61 bis 62 cm klein
63 bis 64 cm mittelgroß
67 bis 68 cm sehr groß
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden
Widerristhöhe Hündinnen
56 bis 63 cm. Gewicht ca. 42 kg
56 bis 57 cm klein
58 bis 59 cm mittelgroß
62 bis 63 cm sehr groß

Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden
Gesamtbild: Leichte, windige, hochläufige Gesamterscheinung, schwache Knochen und Muskeln.
Kopf: Jagdhundkopf, schmaler, leichter, zu kurzer, langer, plumper Kopf, flache Stirnpartie .
Schnauze: Langer oder spitzer Fang, Spaltnase, Ramsnase (konvexer) oder eingesunkener (konkaver) Nasenrücken; abfallender Nasenrücken (Adlernase); helle oder gefleckte Nasenkuppe.
Lefzen: Offene, rosafarbene oder fleckige Lefzen, offener Lefzenwinkel.
Kiefer: Schmaler Unterkiefer.
Backen:: Stark hervortretende Backen.
Gebiss: Zangengebiss
Ohren: Zu tief angesetzte, schwere, lange, schlappe, zurückgeklappte sowie abstehende und ungleichmäßig getragene Ohren.
Augen: Helle, tiefliegende, zu volle sowie runde Augen, schlaffe Augenlider.
Hals: Zu langer, dünner, schwach bemuskelter Hals, Wamme oder zu lose Kehlhaut.
Körper: Zu lang, zu kurz, schmal.
Rücken: Zu langer, schwacher oder eingesenkter Rücken, Karpfenrücken.
Kruppe: Abschüssige Kruppe, zu kurz, zu gerade oder zu lang.
Brust: Flachgerippter Brustkorb, tonnenförmige Brust, Schnürbrust.
Rute: Zu hoch oder zu tief angesetzte Rute.
Vordergliedmaßen: Eng gestellte oder nicht gerade Vorderläufe. Steile Schulter, fehlender oder mangelnder Ellbogenanschluss, zu langer, zu kurzer oder steiler Oberarm, weicher oder steiler Vordermittelfuß, Spreizpfoten, zu flache oder zu stark gewölbte Zehen, verkümmerte Zehen, helle Nägel.
Hintergliedmaßen: Flachschenkelige, hackenenge, kuhhessige oder fassbeinige Läufe, zu eng oder zu weit gewinkelte Gelenke, Afterkrallen.
Haut:Kopfhaut faltig.
Haarbeschaffenheit: Weiches, zu kurzes oder langes Haar, Wellhaar, Fehlen der Unterwolle.
Haarfarbe: Missfarbene, unklar abgegrenzte, zu ausgedehnte Abzeichen.
Ausschließende Fehler:
Allgemeines: Betonte Umkehrung des Geschlechtsgepräges (Hündinnentyp bei Rüden und umgekehrt).
Gebiß: Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss. Hunde mit fehlendem Schneidezahn, Eckzahn oder Backenzähne.
Augen: Entropium, Ektropium, gelbe Augen, verschiedenfarbige Augen.
Rute: Knickrute, eingerollte, stark seitlich zur Rückenlinie getragene Rute
Haarbeschaffenheit: Ausgesprochen lang- und wellhaarige Tiere.
Haarfarbe: , weiße Flecken.
Verhalten: Ängstliche, scheue, feige, schussscheue, bösartige, übertrieben misstrauische, nervöse Tiere.

das Gebiß

gebissrotti

a.) Korrektes Scherengebiß
b.) Zangengebiß
Oberkiefer liegt auf Unterkiefer
c.) Vorbiß
Unterkiefer steht vor Oberkiefer
d.) Rückbiß
Oberkiefer steht vor Unterkiefer

die Hüfte

HD frei

HD frei

HD mittel

HD mittel

HD schwer

HD schwer